Der SiVARA®-Process – Wie aus AEROSIL®-Pulver hochwertiges
Kieselglas wird
Gelieren statt Schleifen: Neues Verfahren zur Herstellung von hochreinem Kieselglas erschließt neuen Markt für AEROSIL®
Kategorie:
Neue Anwendungen für vorhandene Produkte
Team:
Giulio Boara, Dr. Fulvio Costa, Dr. Lorenzo Costa, Dr. Klaus Deller, Dr. Michael Doludda, Susanne Reinhart, Dr. Andreas Rückemann (Aerosil & Silanes)
Dr. Björn Braun (Servicebereich Verfahrenstechnik & Engineering)
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| Mit dem SiVARA®-Prozess kann die pyrogene Kieselsäure AEROSIL® zu kompliziert geformten, hochreinen Glaskörpern verarbeitet werden. | |
Mit einem neuartigen, wirtschaftlich sehr attraktiven Verfahren leitet die Degussa Novara Technology bei der Kieselglasherstellung einen Paradigmenwechsel ein. Nicht mehr das Schleifen und Polieren von Glasrohlingen, sondern eine nasschemische Route, bei der eine AEROSIL®-Dispersion in einer vorgegebenen Form zu einem Gelee erstarrt, führt künftig zu hochwertigen Gläsern. Kern der Erfindung ist der SiVARA®-Prozess – eine Weiterentwicklung der klassischen Sol-Gel-Technologie. Damit lässt sich die pyrogene Kieselsäure AEROSIL® erstmals auch zur Glasherstellung nutzen und zu kompliziert geformten, hochreinen Glaskörpern verarbeiten. Typische Anwendungsgebiete sind High-Tech-Bereiche wie Halbleiterzubehör, Optik, optische Fasern, Leuchtmittel und Optoelektronik.
Das Verfahren ist bestechend einfach: Ist die AEROSIL®-Dispersion in der vorgegebenen Form geliert, wird sie nach einem Lösungsmittelaustausch durch Trocknen in den so genannten Grünkörper überführt. Aus ihm entsteht schließlich durch Sintern bei über 1.000 Grad Celsius der gewünschte Glaskörper. Der eigentliche Clou besteht darin, dass sich Größe und Form des Glaskörpers exakt und jederzeit reproduzierbar einstellen lassen – das macht den Prozess einzigartig. Degussa wird ihn selbst nicht nutzen, sondern Lizenzen vergeben. In einer Pilotanlage in Novara demonstriert die hundertprozentige Degussa Tochter zurzeit, dass sich der SiVARA®-Prozess zur Produktion im industriellen Maßstab eignet. Ein erster Lizenznehmer aus der Glasindustrie konnte bereits gewonnen werden.
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